Nachdem das Schlachttier vorgerupft ist, wird es zur Entfernung aller kleinen Federn, Fusseln und Federkiele in das geschmolzene Wachs eingetaucht. Alle Hautverunreinigungen werden nach dem Abkühlen des Wachses in
dieser Wachsschicht festgehalten. Beim Abschälen der Wachsschicht vom Tier haften alle Federkiele und Fusseln darin fest und werden somit entfernt.Liegen zwischen den Schlachtterminen längere Zeiträume, so kann das
Rupfwachs durch Aufkochen mit etwas Ätznatron (Seifenstein) – nicht mehr als 50g auf 10 kg Rupfwachs – gesäubert und haltbar gemacht werden. Nach dem Erkalten kann der Wachskuchen abgenommen und von der Unterseite nicht
gelöste Schmutzteile entfernt werden. Damit ist das Rupfwachs bis zum nächsten Gebrauch konserviert worden und lagerfähig.
Je nach Größe des Schlachtbetriebs werden kleine – mindestens fünf Kilogramm – oder größere
Wachsansätze benötigt. Um die Haftfähigkeit des Wachses nicht zu zerstören, ist es auf einem Wasserbad zu erhitzen und seine Temperatur laufend auf 75 Grad Celsius zu halten. Überhitzung des Wachses kann die
Haftfähigkeit zum Teil herabsetzen oder zerstören und die Haut des Schlachtkörpers bräunen.
Die Wachsschmelze kann während der Arbeit durch Zugeben von neuem oder gebrauchtem Wachs ergänzt werden. Beim Naßrupfen des
Geflügels müssen die Tiere erst mittels Ventilator oder durch Abreiben getrocknet werden, da das Wachs nicht an nassen Federkielen haftet.
Das vorgerupfte Tier wird an Kopf und Beinen gehalten und einen Augenblick in
der Wachsschmelze geschwenkt, so dass alle Körperteile vom Wachs überzogen sind. Danach läßt man das Wachs abtropfen, legt das Tier für kurze Zeit in kaltes Wasser und taucht es zur Verstärkung der Wachsschicht nochmals
in die Wachsschmelze. Wasser, das dabei in die Schmelze gelangt, setzt sich ohne Beeinträchtigung der Haftfähigkeit des Wachses unten ab.
Nach Beendigung der Arbeit sollte ein runder Stock in die flüssige Schmelze
gestellt werden. Nach Erkalten des Wachses kann der Stock herausgezogen und das Wasser abgegossen werden, da dieses bei längerem Stehen fault und unangenehm riecht.
Das gewachste Tier wird an den Beinen aufgehängt und
darunter ein Gefäß zum Sammeln des Wachses gestellt. Mit dem Abschälen der Wachsschicht beginnt man an den Schenkeln und arbeitet nach unten weiter. Gebrauchtes Wachs wird wieder geschmolzen und durch ein Sieb gegossen.
Eine andere Methode besteht darin, daß man das gebrauchte Wachs sofort während der Arbeit wieder der Wachsschmelze zusetzt und von Zeit zu Zeit mit einem Sieb alle Verunreinigungen aussiebt. Sollte zwischenzeitlich
eine Reinigung des Wachses erforderlich sein, so empfiehlt es sich, das Wachs in heißes Wasser zu geben und zu erhitzen. Mit einem Sieb kann man jetzt alle Verunreinigungen heraussieben. Kleinste Schmutzteilchen setzen
sich an der Wasser-Wachs-Grenzschicht ab. Nach Erhärten des Wachskuchens kann der Schmutz von der Unterseite abgekratzt oder abgehobelt werden.
Durch das wiederholte Tauchen von Schlachttieren in die Wachsschmelze
nimmt das Wachs mit der Zeit Hautfett auf, verliert dadurch langsam an Haftfähigkeit und wird bröckelig. Die Wachsschicht auf dem Tier läßt sich dann nicht mehr in großen Stücken abschälen.
Das verbrauchte Wachs kann
durch Zugabe von ca. 10% Manosit-Regenerierwachs wieder aufgefrischt werden. Das von uns entwickelte Regenerierwachs kann auch für andere Rupfwachsfabrikate verwendet werden.